Ritterhude nach Vegesack ist ein 27.7 Kilometer langer Rundweg in der Nähe von Ritterhude, Niedersachsen, Deutschland. Er führt entlang eines Flusses und vorbei an herrlichen Aussichtspunkten. Aufgrund der Steigung und Distanz ist die Strecke für alle Leistungsniveaus geeignet. Es gibt verschiedene Aktivitätsmöglichkeiten.

Entfernung: 27.7 km Höhenunterschied: 240 m Routentyp: Rundweg

Naturausflüge

Rennrad

Fluss

Aussicht

Ein maritimer Radrundweg zwischen Ritterhude und Vegesack entlang der vier Flüsse Hamme, Wümme, Lesum und Weser Start: Ritterhuder Schleuse. Die Tour ist nicht beschildert. ÖPNV-Anbindung: Bahnhof Ritterhude “Woter is Segen, Woter is Not Lot us den Segen, wohr us vor Not“ Möchten Sie erfahren, was es mit diesem plattdeutschen Spruch auf sich hat? Dann kommen Sie mit auf Fahrt durch eine Kulturlandschaft, in der Menschen seit Hunderten von Jahren am Wasser leben. Leben am Fluss Für die Menschen am Fluss bedeutete das Wasser Segen und Not zugleich. Segen, da der Fluss die Grundlage für Leben, Arbeit und Verkehr bildete. Not, da verheerende Fluten Menschenleben kosteten und existenzbedrohende Ernte- und Viehschäden anrichteten. Entlang der vier Flüsse Hamme, Wümme, Lesum und Weser sehen Sie wie der Mensch das Wasser nutzte, sich mit wasserbaulichen Einrichtungen vor Hochwasser schützte und nasses Land kultivierte. Unsere Tour beginnt in Ritterhude, dessen mittelalterlicher Ursprung auf eine günstige Schiffsanlegestelle an der Hamme zurückzuführen ist. Schon die alte Ritterschaft zur Hude, die zunächst in einer mittelalterlichen Wasserburg an der Hamme lebte, beschäftigte sich um 1100 mit dem Landausbau durch Gewässerregulierung. Holländer, die bereits mehr Erfahrung im Kampf gegen das Hochwasser hatten, halfen beim Deich-, Graben- und Sielbau. Höfe wurden auf Wurten, künstlichen Erdhügeln errichtet und standen somit oberhalb der Flutmarke in Sicherheit. 1874/75 wurde die Ritterhuder Schleuse, das sogenannte „Tor zum Teufelsmoor“ gebaut, um die rund 60.000 ha große Hammeniederung vor den verheerenden Sommerfluten zu schützen, die von der Nordsee über die Weser und Lesum Jahrhunderte lang das Land bedrohten. Die Ritterhuder Schleuse stellt ein Symbol für den andauernden Kampf der Menschen gegen die Fluten dar und steht seit 1985 wegen seiner Einzigartigkeit und seinem Alter unter Denkmalschutz. Sie ist bis heute in Betrieb, vor allem im Sommer finden wegen des lebhaften Sport- und Freizeitverkehrs ständig Schleusungen statt. Noch vor hundert Jahren waren täglich Hunderte von Torfkähnen und „Böcken“, ein Kahntyp von 47 m Länge, auf den Wasserstraßen unterwegs. Die Route der Torfkähne, auf der das begehrte Heizmaterial aus dem Moor zu den Umschlagplätzen transportiert wurde, führte über Kanäle aus dem Teufelsmoor in die Hamme und Wümme, dann in die Lesum und Weser bis nach Vegesack. Zur Zeit des Schleusenbaus gab es im Moorgebiet ca. 1.500 Torfkähne, so dass die Schleuse so konstruiert wurde, dass bei regem Betrieb 16-18 Torfschiffe innerhalb von 6 ½ Minuten bzw. bis zu 500 Fahrzeuge am Tag durchgeschleust werden konnten. Heute werden auf Nachbauten der Halb-Hunt-Kähne, dem damals am meisten benutzten Torfschiff, Gruppenfahrten durch die schönen Flusslandschaften angeboten. Die Tour führt weiter entlang des denkmalgeschützten Hindenburgdeiches, der vermutlich um 1300 angelegt wurde. Wenn Sie einen Blick über den Deich werfen, werden Sie mit einem schönen Blick auf die Hamme und Ritterhude belohnt. Wir gelangen zur Ritterhuder Schlossbrücke. Die Schlossbrücke, die Dammbrücke an der Ritterhuder Schleuse sowie andere historische Übergänge über die Hamme spielten bei der Entstehung Ritterhudes eine wichtige Rolle, da über sie der Verkehr zwischen Geestkante und Niederung stattfand. Da jedoch der Bau und die Unterhaltskosten beträchtlich waren, wurde im 18. Jh. „Klappengeld“ von allen nicht bremischen Kahnschiffern gefordert sowie Brückengeld von fremden Fuhrwerken erhoben. 1926 wurde die hölzerne Schlossbrücke durch eine moderne Stahlkonstruktion ersetzt. Bild Brücke Die Kreuzwümme ist der Schauplatz, an dem sich Hamme und Wümme zur Lesum (lat. Lesmona) vereinen. Bei Ebbe können Sie am Schilf erkennen, wie hoch das Wasser bei Flut steigt. Wussten Sie, dass der Tidenhub (Wasserstandsunterschied bei den Gezeiten) hier im Binnenland größer ausfällt als an der Küste? Ein Grund dafür sind die Weserkorrektionen, bei denen das Flussbett der Weser stets vertieft wurde, dass sogar Schiffe mit 10 Metern Tiefgang den Hafen in Bremen erreichen können. Dies hatte zur Folge, dass der Tidenhub von 43 cm auf 90 cm (1895) und durch den weiteren Ausbau auf sogar 4 Meter anstieg. Dadurch verstärkte sich die Strömung, die Flut bedrohte die Niederungen durch Hochwasser und bei Ebbe sank der Wasserstand soweit, dass Schiffe auf dem Trockenen saßen. Entlang der Deiche entdecken Sie zahlreiche Siele, die das Wasser aus den Feldern in die Flüsse leiten. Die Sieltore funktionieren automatisch: bei Ebbe fließt das Wasser aus den Fleeten in die Lesum, bei Flut hingegen schließen sich die Klappen. Beobachten Sie einmal das Wasser! Können Sie anhand der Sieltore die Gezeiten erkennen? Die Lesum abwärts wird die Atmosphäre deutlich maritimer. Der Fluss wird breiter, am Ufer liegen Sportboote, Bootsbauer arbeiten auf kleinen Werften, Motorboote fahren auf

fahren mit aussicht
1 month ago